Daten und Fakten
Der 1 Bürgermeister von Altendorf
Wilhelm Kerckhoff
Geboren am 30.12.1824
Gestorben am 17.06.1900
Am 1. Januar 1874 wird der aus den bisher zur Bürgermeisterei Borbeck gehörigen Gemeinden Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen die selbständige Bürgermeisterei Altendorf gebildet. Mit Wilhelm Kerckhoff aus Kleve wird der erste und im übrigen auch einzige Bürgermeister des Essener Westens ernannt. Zunächst muß die Verwaltung noch in einem angemieteten Haus in der Magarethenstrasse untergebracht werden, es wird aber bereits ein Grundstück des Gastwirtes Johann Potthoff gekauft. Um ein eigenes Rathaus errichten zu können. Es wird am 01.07.1876 bezogen.
Geboren wurde Wilhelm Kerckhoff am 30.12.1824 als Sohn eines Ackerknechtes. Nach der Schulbildung wurde er Berufsoldat und Unteroffizier, als Feldwebel im 17. Infanterie-Regiment wurde er als Militäranwärter mit der kommissarischen Verwaltung der Bürgermeisterei Gahlen beauftragt und am 21.05.1865 in sein Amt eingeführt. Im Dezember 1873 erfolgte die Berufung zum Bürgermeister der neu zu gründenden Bürgermeisterei Altendorf, die schließlich mit 65.701 Einwohnern die größte Landgemeinde von Preußen werden sollte.
Vielfältig dürften seine Aufgaben und Ämter im Lauf der Zeit gewesen sein; denn die junge Gemeinde entwickelte sich rasant. 1883 geht es um den Anschluss an die Essener Wasserleitung. 1886 wird ein Asyl für obdachlose Familien errichtet, 1887 wird über die Anlage einer elektrischen Straßenbeleuchtung verhandelt, das Rathaus wird an die Fernsprechleitung angeschlossen und die Stadt Essen plant bereits die Eingemeindung. 1891 feiert der Schützenverein sein fünfzigjähriges Bestehen. 1893 erhalten die Altendorfer und die Helenenstraße Gasbeleuchtung. Im gleichen Jahr wird auch die Straßenbahnstrecke von Essen über Altendorf nach Borbeck in Betrieb genommen.
Am ersten Advent, dem 03.12.1882, wurde die erste evangelische Kirche (die heutige Lutherkirche) in der Gemeinde Altendorf feierlich eingeweiht. Für die Kommune sprach Wilhelm Kerckhoff das Grußwort anlässlich der Feier im Bratheschen Saal. Er wird auch sicherlich am 08.08.1896 dabei gewesen sein, als die Kaiserin der ersten evangelischen Grundschule im neuen Gemeindehaus ihren Besuch abstattete.
Nicht weit von der Gaststätte Crone, ebenfalls an der nördlichen Seite der heutigen Altendorfer Straße, lag die Wirtschaft und Brauerrei von Stephany. Noch 1935 stand dies Anwesen im alten Zustand. Auf dem Weg von und zur Arbeit tranken in der allgemeinen Wirtsstube auf der rechten Seite des Hauses die Arbeiter der Kruppschen Fabrik ihren Klaren. Auf der linken Seite aber befand sich das so genannte Herrenzimmer, in dem am Abend die Beamten von Krupp, die schräg gegenüber im Beamtenhaus wohnten, saßen. Aber auch andere Honorationen und deftige Bürger fanden sich hier ein, z.B. der Bürgermeister Kerckhoff, der Apotheker Storck, der Arzt Dr. Rüschhoff, der Metzgermeister M. und andere ...
Wilhelm Kerckhoff starb am 17.06.1900 gegen 21.00 Uhr, beigesetzt wurde er am 21.06.1900 um 16.00 Uhr in der Familiengruft im Gervinuspark. Der feierliche Gottesdienst fand am Samstag, dem 23.06.1900, 8.00 Uhr in der katholischen Pfarrgemeinde in Frohnhausen statt.